Waffen für(?) Wladimir

Wenn ich ein wenig über den Tellerrand hinausblicke, so gibt es Dinge, die es mir langsam aber sicher unmöglich machen, Nachrichten zu schauen. Das Grauen in der Welt, der syrische Bürgerkrieg, das menschliche Leid, Ebola – man müsste schreien und weinen vor Entsetzen, und die paar Schlagworte sind bei weitem nicht alles.

Eine Sache allerdings, die sehr nahe bei uns passiert, treibt mir manchmal bildlich gesprochen den Angstschweiß auf die Stirn, und das ist der Krieg in der Ukraine. Unsere „guten europäischen Freunde“ aus den USA denken also über Waffenlieferungen an Kiew nach, wollen jetzt die ukrainische Regierung mit Waffen unterstützen.

Die New York Times berichtet das hier. Nun, sehr geehrter Herr Friedensnobelpreisträger Obama, ist das wirklich das richtige Mittel, um die russischen Hegemoniebestrebungen in die Schranken zu weisen? Das kann doch nicht ihr Ernst sein. Mehr Waffen heißt mehr Leid, mehr Krieg, mehr Elend, mehr Tote. Mitten in Europa. Das macht mir Angst. Und es spielt dem russischen „Diktator“ (es gilt die Unschuldsvermutung, natürlich ist er der demokratisch gewählte Präsident)  nur in die Hände. Putins System kann – davon bin ich felsenfest überzeugt – nur durch Solidarisierung mit einem äußeren Feind überleben. Ansonsten wird ihn die Unzufriedenheit seines eigenen Volkes irgendwann zum Teufel jagen.

Lernen’s Geschichte, Herr Redakteur, sagte einst der legendäre österreichiche Bundeskanzler Bruno Kreisky zu einem Journalisten. Lernt doch aus der Geschichte möchte ich den amerikanischen Kriegstreibern zurufen, und fühle mich sehr an das Europa mitten im 20. Jahrhundert erinnert. Krieg ist keine Lösung. Kann keine Lösung sein, denn er bedeutet Elend, Leid und Tod – zigfach, tausendfach, miilionenfach(?). Natürlich muss der jetzt noch lokale Konflikt beendet werden, muss Putin die Unterstützung der prorussischen Separatisten einstellen, müssen die Menschen in der Ostukraine ein lebenswertes Leben zurück bekommen. Aber dass das nicht durch Förderung der Rüstungsindustrie passieren darf und auch nicht kann, sollte jedem vernünftig denkenden Menschen eigentlich klar sein.  Waffen an Kiew sind Waffen für Wladimir – gerade ein Friedensnobelpreisträger (wofür erhielt Herr Obama diesen Preis nochmal *gg*?) sollte das wissen.

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