22 Stunden und eine „Entschuldigung“ ?

Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl ist ja bekannterweise ein Arbeitstier, wie er ganz Österreich hier „eindrucksvoll“ wissen ließ:

Dass dieser so „witzig“ ausgesprochene Satz Emotionen hochgehen ließ brauche ich hier nicht weiter zu kommentieren, doch ein paar Bemerkungen seien mir schon erlaubt:

Traurig ist, dass gerade einer der (noch) wichtigsten Politiker in der Bundeskanzler – Partei SPÖ hier deutlich seine Meinung zu den Leistungen von Österreichs LehrerInnen äußert und dem populistischen Lehrerbashing Vorschub leistet.

Traurig ist, dass der Präsident des Wiener Stadtschulrates keine Ahnung hat, was LehrerInnenarbeit wirklich bedeutet.

Traurig ist, dass der Landeshauptmann von Wien offensichtlich glaubt, mit seinem Hindreschen auf die Lehrer die Masse der „Feinrippträger mit Bierflaschl“ weg von Strache hin zu ihm holen zu können und seine Chancen auf einen Wahlsieg in Wien zu erhöhen.

Es ist diese Missachtung der Arbeit einer ganzen Berufsgruppe, die sprachlos macht, die ohnmächtig macht, die viele von uns resignierend mit den Schultern zucken lässt. Viele von uns, die mit allen Mitteln versuchen, nicht nur die Versäumnisse einer Gesellschaft in der Schule auzugleichen, sondern die ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen  auf eine immer härter werdende Zukunft vorzubereiten. Mit Einsatz, Herz und Engagement.

Heute nun hat der Herr Bürgermeister offensichtlich erkannt, dass es vielleicht nicht ganz so gescheit war, seine Meinung so unverblümt und offen zu sagen (so traurig und bedenklich diese Meinung auch ist) und sich im Rahmen des Parteitags der Wiener SPÖ zu einer „Entschuldigung“ durchgerungen:

Die Falschen fühlen sich betroffen. Ich wollte niemanden beleidigen“, sagte Häupl, selbst Spross einer Lehrerfamilie. „Liebe Lehrer, ich habe nicht euch gemeint.“

Von seinem Sager rückte Häupl aber nicht ab. Gerichtet war seine Kritik an Lehrervertreter, „die zu allem, was man vorschlägt, Nein sagen.“

Quelle: Standard

Hallo? Herr Häupl, wir sind nicht ganz blöd. Wenn Sie Gewerkschaftsvertreter meinen, dann sagen sie Gewerkschaftsvertreter. Wenn Sie Fritz Neugebauer meinen sagen Sie Fritz Neugebauer. Aber diesen flapsigen Satz jetzt als ganz anders gemeint hinzustellen und zu sagen, es war nur die „Nein-Mentalität“ der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst angesprochen……

……..DAS ist wohl eine der unglaubwürdigsten und unehrlichsten „Entschuldigungen“, die ich je gehört habe.

P.S.: Ich bin froh, dass es Fritz Neugebauer gibt. Er sagt wenigstens, was Sache ist.

P.P.S.: Und auch unser Herr Bundeskanzler wäre wohl gut beraten gewesen nicht kommentarlos und grinsend neben Häupl stehen zu bleiben und NICHTS dazu zu sagen….

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Erforderlich

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.