Bring your own device……und alles ist gut?

Wir stehen ja mitten im Schuljahr 2014/15 – im ersten Jahr, in dem die neue, standardisierte kompetenzorientierte Reifeprüfung, kurz Zentralmatura genannt, an den österreichischen Gymnasien durchgeführt wird. Die Zentramatura allein kann mehrere Beiträge füllen, doch ich möchte nur einen Detailaspekt beleuchten, den des Technologieeinsatzes im Mathematik-Unterricht. In aller Kürze heisst das, dass ab dem Reifeprüfungsjahr 2017/18 bei der schriftlichen Mathematikklausur der Einsatz einer höherwertigen digitalen Technologie (grafikfähiger Taschenrechner, Notebook oder ähnliches) verpflichtend vorgeschrieben ist.

In Niederösterreich ist in den Gymnasien flächendeckend die Wahl auf Notebooks und den Einsatz des Mathematikprogrammes Geogebra gefallen. Startend mit dem heurigen Schuljahr in der 5. Klasse (9. Schulstufe). Ich unterstütze dieses Vorhaben voll und ganz.  Die Taschenrechner sind ebenso sehr teuer, die Bedienung ist mühsam, umständlich und wenig intuitiv – ein Notebook ist in der heutigen Zeit die richtige Entscheidung, noch dazu, weil es wesentlich breiter einsetzbar ist, auch in anderen Unterrichtsgegenständen, für Präsentationen, die vorwissenschaftliche Arbeit……

Allerdings sind die Schulen definitiv nicht darauf vorbereitet. Wir haben keine entsprechende Infrastruktur, keine entsprechenden Verkabelungen, keine Möglichkeiten der permanenten Stromversorgung am Arbeitsplatz – die (finanziellen) Herausforderungen sind riesig. Doch das kann mit einem lockeren Satz ganz leicht gelöst werden: Bring your own device – jede Schülerin/jeder Schüler muss sein eigenes Notebook mitbringen. Natürlich mit mindestens 6 Stunden Akkulaufzeit, um einen Unterrichtsvormittag in der Schule ohne Aufladung zu überleben. Möglichst leicht, um gut transportabel zu sein, mit möglichst viel Rechenleistung.

Und wer zahlt das? Natürlich die Eltern, ist doch klar. Hat doch jedes Kind heute schon sein eigenes Notebook, sein Tablet, seinen PC…? Oder doch nicht? Nein, gerade in einer Region wie der unseren ist es eine enorme finanzielle Zusatzbelastung für viele Eltern, das jetzt auch noch leisten zu müssen. Ich halte die Devise „Bring your own device“ für bildungspolitisch falsch, bedenklich und dem Grundgedanken, dass jedes Kind die öffentliche Schule kostenlos besuchen können soll, total widersprechend.

Aber da mich ja niemand fragt, kann ich nur versuchen, im eigenen Bereich möglichst optimale Lösungen zu suchen. Wie die derzeit aussehen, könnt ihr in diesem Artikel lesen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Erforderlich

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.